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ERP Systeme verwalten üblicherweise keine Zentralläger mit eigener Lieferadresse:  „Liefere an: Zentrallager in A-Stadt   für: Filiale in B-Stadt“  Meistens wird bei der  Lieferadresse einfach die Anschrift  des Zentrallagers  und in der zweiten Zeile lediglich die Filiale eingetragen. Dadurch wird eine Sendungsoptimierung und eine korrekte Versandvorschriftsumsetzung unmöglich.

Beispiel:
3 Lieferscheine, je 10 Kostüme/Anzüge, an 3 verschiedene Filialen werden einzeln betrachtet, weil das ERP 3 verschiedere Adress-Nummern vergibt, mit jeweils der gleichen Zentrallageranschrift.

1) 471101 Zentrallager Nord GmbH, Filiale Freiburg, Zentrallagerstraße 5, xxxxx Testort
2) 471102 Zentrallager Nord GmbH, Filiale Karlsruhe, Zentrallagerstraße 5, xxxxx Testort
3) 471103 Zentrallager Nord GmbH, Filiale Lörrach, Zentrallagerstraße 5, xxxxx Testort

Die Versandvorschrift ergibt, weil als Parameter bis 10 Teile die Lieferung per Paketdienst hinterlegt ist: 3x 2 = 6 Pakete. Das verpacken ist vergleichsweise aufwändig.  Die Ware muss beim Empfänger eventuell aufgebügelt werden.

Richtig wäre, wenn pro Lieferschein 2 Adressen übergeben würden:
1)
4711  Zentrallager Nord GmbH, Zentrallagerstraße 5, 12345 Testort
für 471101 Filiale Freiburg, Filialstraße 5, xxxxx Freiburg

2)
4711  Zentrallager Nord GmbH, Zentrallagerstraße 5, 12345 Testort
für 471102 Filiale Karlsruhe, Filialstraße 5, xxxxx Karlsruhe

3)
4711  Zentrallager Nord GmbH, Zentrallagerstraße 5, 12345 Testort
für 471103 Filiale Lörrach, Filialstraße 5, xxxxx Lörrach

Die Versandvorschrift ergibt, weil als Parameter ab 10 Teile die Lieferung per Hängeversand. Das verpacken entfällt.  Die Ware muss beim Empfänger nicht  aufgebügelt werden.

eventuell zusätzliche Folge: Der Kunden belastet den Absender mit einer Bearbeitungsgebühr (z.B. 100€) weil er die Vorschriften nicht eingehalten hat. Generell verursacht jeder einzelne Wareneingang  personellen Aufwand = Kosten. Zusätzlich verursachen folgende Fälle beim Empfänger echte Mehrkosten:

  • Es wurden an einem Tag mehrere Lieferungen per Hängeversand mit je einem eigenen Frachtbrief anliefert, jeder Frachtbrief verursacht eine Frachtminimale von 10,00€. Bsp: 5×10=50€ Statt bei einem Frachtbrief mit Abrechnung pro Abrechnungseinheit 50Teile x 0,60€ = 30€.
  • Es wurde per Paketdienst also im Paket angeliefert, obwohl Hängeversand vorgeschrieben war. Die Teile müssen aufbereitet werden.
  • Es wurde  per Paketdienst angeliefert obwohl Spedition vorgeschrieben war.

Das TPS übernimmt optional  die Zuordnung von Filialadressen zu einem Zentrallager und beseitigt diesen ERP-Mangel. Die Funktion wird bei der Datenübernahme vom ERP System  (also in der Schnittstelle)  erledigt . Es ist geplant die Funktion in die  TPS-Stapelprüfung zu übernehmen und gehört ab dann zum TPS Standard.

Die Versandvorschriften und spezielle zusätzliche Etiketten (bsp. Bloomingdales) müssen nur  einmal bei der Zentrallageradresse gepflegt werden – nicht einzeln bei jeder Lieferadresse. Bei Zentrallager ist die Funktionsweise im TPS völlig anders als bei Lieferungen ohne Zentrallager:

Option-1:
Es wird gefragt ob man eine Dummy Anhängekarte drucken oder ob man die endgültige also zusammenfassende Anhängekarte drucken möchte:

Auf den Versandetiketten werden beide Adressen gedruckt:

Für das Personal im Zentrallager wird die Routinearbeit einfacher und damit schneller. Die Sendungen für die Filialen werden innerhalb der gesamten Sendung durch die Dummyanhängekarten unterteilt.

Option-2:
Das TPS druckt bei Hängeversand  zunächst “Dummy-Anhängekarten”. Die Dummys werden bei Verladung gescannt, erst jetzt wird eine endgültige zusammenfassende Anhängekarte = ein einziger Frachtbrief erzeugt.

Die Zentrallagerfunktion kann man auch verwenden bei Lieferung über Agenten, welche die Verteilung in Länder/Regionen übernehmen. In einem Drittland befindliche FINAL-Adressen (Russland, Kanada, USA) werden über einen deutschen Agenten / Spediteur gesammelt, der dann den Sammeltransport – auch die Zollabwicklung – zusammen mit Lieferungen von anderen Lieferanten erledigt.

Die Erfassung der Zentrallagerzuordnung erfolgt im COS = Central Office:
man legt ausgehend von der Filiale eine Verknüpfung zur Zentrallageradresse an. Die Tabelle für die Datenspeicherung heißt: „AdressVerkAdr_tbl“